Personaldienstleistung hat einen widersprüchlichen Ruf. Zu Recht?

Wie in jeder Branche, gibt es auch im Bereich der Personaldienstleistung Unternehmen und Personaldienstleister, die einen zweifelhaften Ruf genießen. Besonders im Bereich der Zeitarbeit, fälschlicherweise häufig als Leiharbeit bezeichnet, gibt es offensichtlich immer wieder schwarze Schafe, die ihre angestellten Zeitarbeiter unter miserablen Arbeitsbedingungen schuften lassen. Stichwort Amazon: 2013 sorgte eine Dokumentation über den Online-Händler für einen handfesten Skandal in Deutschland. In dem Bericht war von Ausbeutung und Schikane die Rede.

Haben sich die Bedingungen für Zeitarbeiter in Personaldienstleistungsunternehmen in den vergangenen Jahren geändert?

Wir werfen einen kritischen Blick auf Personaldienstleister heute.

 

Was bedeutet Personaldienstleistung und wie stark ist das Modell in Deutschland vertreten?

Gibt man bei Google „Personaldienstleistung“ ein, werden einem innerhalb kürzester Zeit ungefähr 1.500.000 Ergebnisse angezeigt. An erster Stelle natürlich Personaldienstleister, die sich in der Nähe des Suchenden befinden. Dieses Ergebnis gibt wenig Aufschluss über die Anzahl und schon gar nicht über die Qualität der angegebenen Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland.

Mehr Informationen stellt der BAP, der Bundesarbeitgeberverband der Personaldienstleister (in engl. Personal Management), bereit. Der BAP vertritt sowohl die Interessen der Firmen, die Personal vermitteln, als der Arbeitnehmer, die in Arbeitnehmerüberlassung (Zeitarbeit) angestellt sind. Ja, angestellt. Der Umstand der Festanstellung ist ein wichtiger Punkt, denn Zeitarbeiter haben selbstverständlich die gleichen Rechte und Pflichten, wie sogenannte Stammmitarbeiter.

Der BAP schreibt dazu zum Beispiel auf seiner Webseite: „Jeder Arbeitnehmer erhält grundsätzlich einen schriftlichen, unbefristeten Arbeitsvertrag mit den üblichen Leistungen wie Renten-, Kranken-, Arbeitslosen-, Pflege- und Unfallversicherung, bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, gesetzlicher Kündigungsschutz u.ä. Zeitarbeitsunternehmen bieten sozial geschützte Arbeitsverhältnisse.

 

Nur zwei Prozent der Erwerbstätigen arbeiten in Deutschland als Zeitarbeiter

Auch wenn uns die Medien von Zeit zu Zeit das Gefühl vermitteln, dass immer mehr Menschen in Deutschland als Zeitarbeitnehmer arbeiten, beweisen die Zahlen verschiedener, unabhängiger Institutionen, wie der Bundesagentur für Arbeit, das Gegenteil.

Tatsächlich ist es so, dass der Anteil der Zeitarbeitnehmer an den Beschäftigten in den letzten fünf Jahren konstant auf einem niedrigen Niveau geblieben ist. Zudem geht es bei Weitem nicht nur um Zeitarbeit. Die allermeisten Personaldienstleister bieten ihre Personalberatung auch für Firmen an, die explizit Fachkräfte suchen.

Die Personalvermittlung beschränkt sich also keinesfalls auf ungelernte Helfer, auch qualifiziertes Personal und Akademiker werden durch Personaldienstleister vermittelt.

 

HR Management: So wichtig sind Human Resources

Ob Zeitarbeiter oder Facharbeiter, in vielen größeren Unternehmen gibt es Produktionsspitzen, die mit den eigenen Angestellten nicht bewältigt werden können.

Zu diesen Unternehmen gehören beispielsweise Versandhändler, die zu gewissen Zeiten – Weihnachten, Sommerferien etc. – mehrere Arbeitskräfte benötigen, um der Nachfrage gerecht zu werden und pünktlich liefern zu können. Deshalb werden Personaldienstleister mit der kurzfristigen Personalplanung beauftragt.

Zeitarbeiter, die bereits Erfahrungen in den geforderten Bereichen mitbringen, sind besonders beliebt. Aber auch Helfer, wie junge Schulabgänger ohne einschlägige Erfahrung bekommen, wenn sie lernfähig sind, eine Chance sich zu beweisen. Schnelle Veränderungen auf dem Arbeitsmarkt – seien es gesetzliche Vorgaben, internationaler Wettbewerb, Fachkräftemangel oder Expansion – sorgen ebenfalls für einen Bedarf an professionellem Human Resources Management / HR Consulting. In diesem Teilbereich der Personaldienstleistung werden nicht nur Arbeitskräfte vermittelt, sondern Potenzanalysen erstellt sowie die Mitarbeiterstruktur in den Kundenunternehmen optimiert.

Ziel ist es, neben der Jobvermittlung, immer die personelle Effizienz für den Kunden zu optimieren.

 

Wer zählt eigentlich zu den erfolgreichsten Personaldienstleistungsunternehmen in Deutschland?

In Deutschland gibt es einige „Big Player“ im Bereich Personaldienstleistung. Die zehn größten sind sowohl national als auch international in der Personalvermittlung tätig.

Zu den Bekanntesten zählen Adecco, Randstad oder Manpower. Die Adecco Group gehört sogar zu den einflussreichsten Personaldienstleistern weltweit. Randstad dafür zu den umsatzstärksten Anbietern von Personalberatung und Jobvermittlung. Wenn es allerdings um die Kundenzufriedenheit und eine erstklassige Empfehlungsrate geht, steht ein anderer Personaldienstleister ganz weit vorne.

 

Gemeint ist die Dekra Arbeit Gruppe

Dekra, eigentlich bekannt als Prüfgesellschaft, hat 1998 die Dekra Arbeit GmbH gegründet. Seit rund 20 Jahren bietet Dekra kleinen, mittleren und großen Unternehmen erfolgreich Personalberatung- und Personalvermittlung an.

So wirbt das Unternehmen mit Sitz in Stuttgart beispielsweise damit, eine außergewöhnliche hohe Übernahmequote vorweisen zu können.

Das gibt dem Bewerber ein gutes Gefühl der Sicherheit, denn heutzutage haben tatsächlich viele Menschen Angst, ihre Stelle zu verlieren.

 

Chancen und Schwachpunkte von Personaldienstleistungen

Natürlich fragt man sich, für wen Zeitarbeit überhaupt infrage kommt. Doch darauf gibt es keine konkrete Antwort. Im Prinzip kann Zeitarbeit für jeden Arbeitssuchenden eine Chance sein.

Berufseinsteiger, unabhängig vom erreichten Schulabschluss, können durch Zeitarbeit erste Erfahrungen sammeln und sich Einblicke in verschiedene Tätigkeitsbereiche verschaffen. Auch ältere Menschen, die sich noch nicht zum alten Eisen zählen und gerne ein paar Stunden in der Woche arbeiten, um gegebenenfalls ihre Rente etwas aufzustocken oder sich einen schönen Urlaub zu finanzieren, gehören zu den Bewerbern bei Personaldienstleistern. Darüber hinaus können Arbeitslose dank ihrer Tätigkeiten in Personaldienstleistungen wieder Fuß fassen am Arbeitsmarkt.

Männer und Frauen jeden Alters profitieren in Anstellung von privaten und beruflichen Kontakten und der Sicherheit, monatlich ein geregeltes Gehalt zu erhalten. Negativ sind die zu Beginn genannten schwarzen Schafe, die ihre Mitarbeiter – in der Regel betrifft das aber nicht nur die Zeit-, sondern auch die Stammmitarbeiter – ausboten.

Unbezahlte Überstunden, permanente Kontrolle am Arbeitsplatz, unangebrachte Bevormundung und sogar Mobbing sorgen für eine schlechte Arbeitsatmosphäre, der man sich nicht länger als nötig aussetzen will. Positive wie negative Erfahrungen machen Angestellte, egal, ob sie von einem Personaldienstleister vermittelt, oder ohne „Zwischenhändler“ bzw. durch eine Arbeitsvermittlung angestellt wurden, vor Ort.

Vorsicht ist in jedem Fall geboten, wenn der Arbeitsvertrag vorsieht, dass nach dem Verlassen des Unternehmens ein Wechsel zu einer anderen Personalvermittlungsagentur erst nach einigen Monaten erlaubt ist. Auf solch einen Knebelvertrag sollte sich kein Arbeitnehmer einlassen – auch nicht, wenn vermeintlich viel Geld in Aussicht gestellt wird oder dem Bewerber gesagt wird, „das sei so üblich“ in der Branche.

Wichtig ist, dass ein Unternehmen ein hohes Maß an Transparenz an den Tag legt, offene Fragen beantwortet und Ansprechpartner zur Seite stellt, auf die man sich verlassen kann.

Viel Erfolg bei der Suche und nur Mut bei der Bewerbung!

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